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Auf der Suche nach dem Urbanen im Gensinger Viertel

Das Gensinger Viertel liegt durch S-Bahntrassen im Norden und Osten, der Schnellstraße Alt-Friedrichsfelde im Süden und der Rhinstraße im Westen isoliert von seiner Umgebung im Lichtenberger Stadtteil Friedrichsfelde an der Grenze zu Marzahn.

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Das Gensinger Viertel, © Lorenz Krauth, Jan. 2016

Nach Angaben der Stadt ziehen seit 2002 viele Migranten in das Gebiet. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Berlin Friedrichsfelde verdeutlicht darüber hinaus, dass es einen Zuwachs in der Altersgruppe der unter 6-Jährigen gibt und gleichzeitig ist ein Trend zur Überalterung festzustellen (über 30% der Bewohner sind über 55 Jahre). Derzeit leben circa 7000 Menschen in dem Gebiet. Trotz dieser Zahl, hängt über dem Areal ein seltsamer Schleier aus Tristesse. Schnell kommt die Frage auf, weshalb hier eine durchmischte und für Berlin so typisch lebendige Stadtlandschaft nur schwer zu finden ist. Gibt es überhaupt einen Hauch von Urbanität?

Während der 00er Jahren wurde in die soziale Infrastruktur investiert. 2011 wurde beispielsweise das „Haus der zwei Türen“, welches zwei Jugendeinrichtungen beherbergt, realisiert. Neben diesen positiven Entwicklungen, fehlt es allerdings an weiteren sozialen Investitionen, wie beispielsweise der Sanierung eines Sportplatzes. Diese Mängel und die Tatsache, dass allein durch Jugendangebote kein dynamisches Stadtgefühl entsteht, veranlassen mich weiter nach urbanen Ressourcen zu suchen.

2012 verabschiedete sich der letzte Supermarkt aus dem Gensinger Viertel. Der Stadtplatz liegt seit dem verlassen am östlichen Rand des Areals. Gerade für viele Senioren im Gebiet wäre eine nahe Einkaufsmöglichkeit dringend notwendig. Ebenso würde es sich anbieten Teile der leerstehenden Flächen mit gastronomische Angeboten zu füllen, was eine Belebung des Viertels mit sich brächte. Auch anderswo im Gensinger Viertel finde ich weder Einkaufsmöglichkeiten, noch treffe ich auf gastronomische Einrichtungen.

Auf der Suche nach dem Urbanen, fallen mir schließlich zwei groß angelegte Baustellen auf: Seit einiger Zeit herrscht auf dem Grundstück der ehemaligen Clubgaststätte „Kalinka“ reger Baubetrieb. Nachdem ein Hamburger Investor die Fläche erwarb und Pläne über ein Nahversorgungszentrum verworfen wurden, sollen nun 75 Wohneinheiten entstehen. Zudem gibt es im nordöstlichen Bereich des Gebiets eine weite, brachliegende Fläche, welche ebenso von einem Investor mit Wohngebäuden bebaut werden wird.

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Das Gensinger Viertel, Zentral im Süden: Kalinka, weiter westlich die Brachfläche an der Gensinger Straße 105

Den Stärken und Schwächen dieser Entwicklungen und deren Auswirkung auf das Urbane im Gensinger Viertel werde ich in den nächsten Wochen in Gesprächen mit Zuständigen oder Betroffenen nachgehen.

links Kalinka, rechts Gensinger Str. 105

links Kalinka, rechts Gensinger Str. 105, © Lorenz Krauth, Jan. 2016

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