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U-Lab Weblog

Wie eine Insel in der Stadt...

Gewerbegebiet Herzbergstraße, Lichtenberg  © Chaplain, Klokova, Tiberti, November 2015
Gewerbegebiet Herzbergstraße, Lichtenberg © Chaplain, Klokova, Tiberti, November 2015

Bei unserer Erkundung des Gewerbegebiets Herzbergstraße in Lichtenberg fällt schnell auf: Es ist nicht alles so wie es scheint.

Einerseits erweckt das Gebiet erstmal einen eher verlassenen und ungepflegten, durch Zäune bestimmten Eindruck. Andererseits erkennt man nach näherem Erkunden, dass es doch weit mehr zu entdecken gibt.

Gewerbegebiet Herzbergstraße, Lichtenberg  © Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Gewerbegebiet Herzbergstraße, Lichtenberg © Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Jan. 2016

Einige der Gebäude im Gewerbegebiet sind nur noch teilweise genutzt. So werden manche der alten Industriehallen und Bürogebäude noch zu Lagerzwecken verwendet, stehen aber teilweise auch leer und werden sich selbst überlassen. Daraus ergibt sich ein Entwicklungspotential für gewerbevertägliche Zwischen- oder Nachnutzungen, die die Industrie-Identität und die Geschichte des Ortes wahren würden.

 

VerlassenesGebaude.jpg
Gewerbegebiet Herzbergstraße, Lichtenberg  © Chaplain, Klokova, Tiberti, November 2015

Durch Erkenntnisse aus einer Umfrage, die wir mit Personen aus dem Gebiet geführt haben, wird jedoch deutlich, dass von Seiten der Anwohner um das Gewerbegebiet Herzbergstraße wenig Interesse an dem Erhalt des Industriegebietes und der Nachnutzung des Leerstandes besteht. Viele der Anwohner nutzen das Gewerbegebiet lediglich als Einkaufsmöglichkeit. Und die Leute, die im Gewerbegebiet arbeiten, sind nur zum Arbeiten in dem Gebiet und wollen sich auch nicht länger als nötig dort aufhalten.

So sind die meisten Leute mit dem zufrieden, was sie schon haben und es fällt ihnen schwer, sich Chancen und Möglichkeiten einer zukünftigen Entwicklung des Gewerbegebietes vorzustellen. Selbst dann wenn - oder vielleicht gerade weil - sie das Gebiet als “langweilig, grau, alt und schmutzig” bezeichnen. Diejenigen, die Vorschläge oder Veränderungswünsche haben, wünschen sich fast alle eine Verbesserung des direkten Wohnumfeldes, aber nicht des Gewerbegebiets. 
Trotzdem gibt es Leute, die das Gewerbegebiet Herzbergstraße mit Begriffen wie "lebendig und ausbaufähig" verbinden und Entwicklungschancen insbesondere für die Kreativwirtschaft sehen. Dabei stellen die leeren Gebäude und Freiflächen ein großes Potenzial für die Stadtentwicklungen dar. Kunst- und Kulturnutzungen wie beispielsweise Kino oder Musikveranstaltungen, die temporär oder permanent die leerstehenden Flächen beleben, wurden in der Umfrage als mögliche Zwischen- oder Nachnutzungen mehrfach genannt.

Die Potentiale für eine intensive Beziehung und Wechselwirkung, die es zwischen den beiden Welten, dem Wohngebiet auf der einen und dem Gewerbegebiet oder anderen Seite, geben könnte, spielen für die Leute, die hier wohnen oder arbeiten kaum eine Rolle. 

Können und sollten diese Potenziale genutzt werden? Oder sollte alles so bleiben wie es ist?

 

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