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U-Lab Weblog

Nach dem Umzug – Was wird aus dem ZAPF-Areal?

Dass die Firma ZAPF-Umzüge einen Standortwechsel plant, ist seit längerem bekannt. Nun gibt es die ersten Entwürfe für eine etwaige Umnutzung des Spreegrundstückes an der Köpenickerstraße 14.

Weil wir nicht wie die Schweine dastehen wollen, die einfach abhauen, ohne sich zu kümmern, was nachher mit dem Gebiet passiert (Zapf-Geschäftsführer Peter Zetzsche), wurde das Berliner Architekturbüro Graft mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Diese wurde am 20. Januar im Rahmen einer Bürgerversammlung im „Circus Schatzinsel“ einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Entwurf sieht auf dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück eine Zeilenbebauung vor, welche die vom Bezirk gewünschten Straßenkanten schließt, jedoch im Blockinneren eine Folge von kleinen Freiräumen aufspannt. Berücksichtigt wurde jedoch auch die Forderungen der Initiative „Mediaspree Versenken“ nach einem öffentlich zugänglichen Uferstreifens. Jedoch wolle man die per Bürgerentscheid verlangten 50 Meter nicht über die gesamte Grundstücksbreite einhalten. Stattdessen reicht die Bebauung an manchen Stellen bis zu zehn Meter an das Ufer heran, um dann im östlichen Bereich weit auf das Grundstück zurück zu weichen.

Die Bebauung selber besteht aus vier Zeilenbauten, von denen bisher nur ein grober Entwurf zur Kubatur besteht. Demnach ist eine bis zu sechs geschossige Zeilenbebauung geplant, welche sich zum Teil zum Blockinneren hin auf zwei bis vier Geschosse abstuft, wodurch die Anlage von privaten Terrassen und Dachgärten ermöglicht wird. Ein konkretes Nutzungsprogramm für das Ensemble sowie die Ausgestaltung von Fassaden und Freiflächen wurden bisher jedoch offen gelassen.

Die vorgelegte Konzeptstudien wurde von Seiten des Bezirks und der Initiative „Mediaspree Versenken“ als ein interessanter und diskussionswürdiger Ansatz gewertet. Jedoch wurden insbesondere die Fragen nach bezahlbaren Wohnraum und der Einhaltung des 50 Meter breiten Uferstreifens intensiv diskutiert. „Der Entwurf passt nicht zum Bürgerentscheid, der mehr soziale Ausgewogenheit und weniger Luxus am Spreeufer forderte“, so Carsten Joost von „Mediaspree versenken“. Desweiteren bemängelt die Initiative, dass mit dem Bürgerentscheid durchgängige Uferfreiflächen besc... und nicht Restflächen, die zusammengerechnet 50 Meter ergeben könnten.

Kommentare

1. Am Montag, 7 Dezember, 2015, 20:55 von Ulrich Pappenberger

Dass eine durchgängig breite Uferfront nicht notwendigerweise ein Qualitätsmerkmal darstellt beweist nicht zuletzt der bereits vollendete Uferstreifen des East Side Parks auf Friedrichshainer Spreeseite auf Höhe der O2-Arena. Er entwickelt sich nicht als spannendes Raumgefüge am Ufer entlang sondern ist als Park angelegt durchgängig breit und grün.
Was wäre, wenn sich entlang der Spree aber ein abwechslungsreiches, differenziertes und vor allem spannendes Raumgefüge entwickelt?
Die Elemente die an der Spree auftauchen bieten hierfür genügend Potentiale. Ein durchgängig 50 Meter breiter Uferstreifen ist hierfür nicht notwendig. Das Gesamtsystem könnte eher als Mischung von Raumtypologien entwickelt werden, die anhand von Begriffspaaren wie groß/klein, grob/fein, weit/eng, Nische/Bühne definiert werden. Ganz so wie die Gesamtstadt Berlin beschrieben werden kann: Als ein urbanes Kaleidoskop, das durch Überlagerung verschiedenster Schichten seine Attraktivität erhält.
Denn nicht nur bei der Partnerwahl sollte der Grundsatz gelten: Gegensätze ziehen sich an!

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