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U-Lab Weblog

Für ein neues Verständnis von Stadtentwicklung

Man kann alles schaffen!

Stadtentwicklung ist ein komplexer Prozess: aufgrund zeitlicher und finanzieller Vorgaben und der großen Anzahl von Akteuren ergeben sich unweigerlich vielfältige Probleme. Dabei sehen sich die Stadtentwicklungsbehörden oft zwischen den Interessen der Investoren, die das Geld mitbringen, und der Bewohner, die dort leben oder das Gebiet nutzen, zerrieben. So beruht das Gelingen eines städtebaulichen Projektes auf der erfolgreichen Abwägung der Interessenlagen. Ohne Einbezug der Bevölkerung kann es zu keiner nachhaltigen Planung kommen, doch ohne Investoren kann Stadtentwicklung oft nicht finanziert werden.

Es gibt keine einfache Lösung, keine wunderbare Strategie. Diese Planungsprozesse benötigen Zeit und bedürfen insbesondere einer guten Organisation. Denn die Zusammenarbeit der Akteure und das Informieren aller Interessierten während des gesamten Zeitraums ist ein zentraler Punkt.

Probleme erkennen und lösen

Wenn man die zwei Bilder (oben) von zwei verschiedenen Akteursgruppen vergleicht, wird ein bemerkenswerter Unterschied deutlich. Die Grafik und das vermittelte Bild sind so unterschiedlich wie das Interesse der Gruppen. Diesen Kontrast kann man auch in den Videos wiederfinden, aus denen die beiden Bilder entnommen sind. Es wird mit zwei verschiedenen Sprachen gesprochen, die beide nahezu karikaturhaft erscheinen und jeweils nur die eigene Vertretergruppe anspricht – doch Stadt bedeutet zu allererst eins: zusammen leben.

Kommentare

1. Am Montag, 7 Dezember, 2015, 19:53 von Marcus Jeutner

Wenn beide Fronten verhärtet sind, ist ein Schlichterverfahren sicherlich ein bedenkenswertes Werkzeug, um ein Projekt am Ende zumindest mit einem kleinsten gemeinsamen Nenner zu realisieren. Doch wäre es nicht konsequenter, einen Konflikt wie in Stuttgart oder an der „Media-Spree“ erst gar nicht entstehen zu lassen, indem von Beginn an eine breite Öffentlichkeit an der Entwicklung eines Großprojektes teilhaben kann? Die große Resonanz auf solche Projekte zeigt doch, dass durchaus ein gesteigertes Interesse der Bürger an der Mitgestaltung ihrer Stadt und ihrer Umwelt besteht. Nur wenn es gelingt, die Interessen von Politik, Investoren, lokalen Akteuren und der Bevölkerung zumindest auf einen gewissen gemeinsamen Nenner zu bringen, kann eine nachhaltige Stadtentwicklung gelingen. Hierzu ist auf allen Seiten ein großes Maß an Offenheit und Kompromissbereitschaft von Nöten, damit sich am Ende möglichst viele Akteure mit einem Projekt identifizieren können und es nicht als Fremdkörper in ihrem Lebensraum betrachten. Das Aufeinandertreffen von grundverschiedenen Interessengruppen, die gemeinsam aktiv an einem Projekt arbeiten, kann den Nährboden für wirkliche Innovationen für eine nachhaltige, integrierte Stadtentwicklung bilden.

2. Am Montag, 7 Dezember, 2015, 19:53 von Johannes Rentsch

Wenn beide Akteursgruppen, wie im Beitrag beschrieben, unterschiedliche Sprachen sprechen und deshalb nicht zueinander finden können, bedarf es vielleicht eines Übersetzers. Als Ergänzung zur Bürgerbeteiligung könnte wie beim Projekt Stuttgart 21, eine neutrale, beiderseits akzeptierte Person als Schlichter diese Rolle übernehmen. Dieser müsste dann als Moderator bei Vermittlungsgesprächen helfen, Stück für Stück Mistrauen, Vorurteile und unrealistische Vorstellungen abzubauen. Vielleicht könnte dieses Instrument auch an der Oberen Stadtspree helfen, die verhärteten Fronten aufzuweichen.

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