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Pantin, ein Vorort im Nord-Osten von Paris am Canal de l’Ourqc

Berlin, Straulauer Allee, Oktober 2010 und Pantin, Oktober 2009

Auf dem Weg vom Herzen von Paris bis nach Pantin finden sich ähnliche städtische Besonderheiten wie in dem Gebiet der Oberen Stadtspree in Berlin. Beispielsweise es kommt zu Überschneidungen vergleichbarer Wegesysteme: Schienen (S-Bahn), Straßen und Schifffahrtswege.

Aus Zeiten intensiver industrieller Nutzung stammend, bilden der Canal Saint-Martin und der Canal de l’ Ourqc seit vielen Jahrzehnten wichtige Transportwege in Paris; und verbinden die Stadtmitte und mit den östlichen Vororten. Dieses Prinzip lässt sich auch in anderen Städten beobachten. In Berlin mit der Spree, in Nantes mit der Loire und auch in Strasbourg mit dem Canal de la Marne au Rhin.

Pantin, Oktober 2009

Zwischen La Villette und Pantin, Oktober 2009Vor der Umgestaltung des Gebiets gab es entlang der Wasserwege noch viele Werkstattbetriebe. Hier, am Canal de L’Ourqc, sieht man im Hintergrund Les grands moulins de Pantine, die heute nur als Bürofläche genutzt sind.

Der Canal Saint-Martin und der Canal de l’Ourcq sind ein Freiluftkorridor für die Bewohner. Am Ufer der Kanäle kann man wunderbar Fahrrad fahren, besonders mit Vélib'. Klar, dass im Sommer viel mehr los ist. Aber viele joggen oder fahren mit dem Rad entlang der zwei Kanäle durch Bastille, La Vilette und den Park bis auf das Land im Sommer wie im Winter. So ermöglichen die Kanäle den Parisern die "Flucht aus der großen Stadt" und rücken das Umland und die damit verbundene Vorstellung von Landfrische näher an die Stadt heran. Speicher, alte Mühlen und Fabriken sind heute Hotels, Büros sowie öffentlichen oder privaten Kulturangeboten gewichen. Diese Nutzungen haben sich in den großflächigen flexibel einrichtbaren Räume etabliert. Inzwischen haben sich viele dieser Gebäude als Landmarken der Städte herausgebildet und stellen ein "Plus" im Bezug auf ihre Attraktivität dar.

Berlin, Blick nach Osten, stadtauswärts, und Pantin, Blick nach Osten, stadtauswärts, Oktober 2009

Sowohl in Berlin als auch in Pantin stellt sich die Frage, ob man und wie dicht man dort bauen sollte. Zugleich wird deutlich, dass insbesondere multifunktionale Gebäude mit öffentlichen und privaten Angeboten (Mediathek, Club, Theater, Läden, Sportstätten und Wohnraum) erfolgsversprechend und zukunftsfähig sind.

Kommentare

1. Am Montag, 7 Dezember, 2015, 20:22 von Johannes Rentsch

Ein interessanter Beitrag. Ich denke es ist wichtig, sich vergleichbare Projekte anzuschauen.
Die Flussräume in Europas Städten haben oft viele Gemeinsamkeiten, die beim Besuch verblüffend ähnliche Eindrücke hinterlassen . So sind sie häufig geprägt durch eine intensiv industrielle Vergangenheit, mit den sich daraus resultierenden städtebaulichen Strukturen. Dadurch und zusätzlich der geographischen Situation bedingt, bilden auch Flüsse in anderen Städten einen weitläufigen, relativ ungenutzten Korridor aus dem Umland bis nahe an die Stadtzentren.
Mit diesen Gemeinsamkeiten können sicherlich auch planerische Ansätze, die andere Städte angewendet haben, auf den Raum an der Oberen Stadtspree übertragen werden.

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