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Werkstatt – Raumpraxis, Akteure und Wissensbildung in der Stadtentwicklung

14.06.2016, Ort: ExRotaprint

Von neuen und anderen Formen der kollaborativen Arbeit, Erfahrungswerten und Wissensbildung für die Stadtentwicklung lernen

Urban Research and Design Laboratory / Studio in Zusammenarbeit mit der Wüstenrot Stiftung

Die Werkstatt gliedert sich in zwei Themenkomplexe, die sich den Fragen der Tagung einerseits aus dem Blickwinkel der Kommunikation und des Wissensaustauschs und andererseits aus dem Blickwinkel der entstehenden räumlichen Zusammenhänge und Ergebnisse annähern. Ziel der Werkstatt ist es Praktiker und Theoretiker zu Themen alternativer und zivilgesellschaftlich motivierter Stadtentwicklung zusammenzubringen. Die Ergebnisse der Werkstatt dienen der weiteren Vernetzung und der Eingrenzung des Forschungsgegenstands.

1. Werkstatt - räumliche Zusammenhänge und Ergebnisse
Der erste Tisch fokussiert räumliche Phänomene der Stadtentwicklung und neue Akteurs-Konstellationen. Zentrales Thema sind neue Formen der Stadtentwicklung und die Reorganisation räumlicher Hierarchien. Dies bezieht sich auf Metropolregionen, Entwicklungskorridore und neue Konstellationen im Stadt-Umland-Verhältnis über administrative Grenzen hinweg. Nicht alle Akteure profitieren von diesen sich verändernden Raumstrukturen und nicht alle betroffenen Akteure sind derzeit in Entscheidungs- und Planungsprozesse eingebunden. Unsere bisherigen Forschungen haben gezeigt, dass sich Städte bewusst auf die Suche nach Strategien machen, die eine "Mitnahme" möglichst vieler BürgerInnen ermöglichen. Kommunen profitieren auf diese Weise von den Praktiken selbstorganisierter Bürgerinnen und Bürger in der Stadtentwicklung. Praktiken und gesetzliche Rahmen die auf gegenseitigen Ausgleich und Nutzen setzen, die den Austausch und das Teilen in den Vordergrund stellen. Die Unterschiedlichkeit der jeweilig betrachteten Räume und Projekte bleibt allerdings eine der größten Herausforderungen für die Übertragbarkeit und verbreitete Anwendung bestimmter Strategien und Instrumente. Ziel ist also die Untersuchung der Zusammenhänge verschiedener Raumtypologien und sozialräumlicher, infrastruktureller und geographischer Gegebenheiten sowie die Betrachtung der begründeten Netzwerken, um darauf aufbauend Forschungs- und Handlungsfelder zu erarbeiten.

2. Werkstatt - Kommunikation und Wissensbildung
Im zweiten Tisch werden die verschiedenen Wissensbausteine in der Stadtentwicklung thematisiert. Anwohner generieren und teilen Wissen und Ressourcen und qualifizieren sich durch die gesammelten Erfahrungen und das stetige Aushandeln der Interessen, neben und mit andern (professionellen) Akteuren weiter. Das Wissen über ihr eigenes Lebensumfeld gibt wichtige Impulse für die Entwicklungsrichtung der Projekte. Der Beitrag der (zivil) -gesellschaftlichen Akteure trägt somit maßgeblich zur Veränderung des Wissenspools und den Kompetenzmodellen in Stadtentwicklungsprojekten bei. Dieses Wissen, so zeigt es die Forschung, entsteht in einem breiten Akteursnetzwerk. Die Wissensbildung einzelner Akteure und dem Nährboden aus dem sie entstehen wird zudem als eine wichtige Erfahrungsquelle zu Fragen aktueller städtischer Entwicklungsmuster beschrieben. Verschiedene Forschungsansätze gehen von einer Wissensproduktion aus, die insbesondere durch die Heterogenität der Projektbeteiligten beim Austausch und dem Zusammenwirken entsteht. Daraus ergibt sich für Lehre und Forschung die Frage, wessen Erfahrungen und Lebenssituationen wissenschaftlich erfasst werden und wie das Wissen produziert und verbreitet wird. Dazu sind ergänzende Methoden und Strategien der Wissensproduktion erforderlich, die eine Pluralität im Denken und Entwerfen ermöglichen.

3. Zusammenführung & Abschlussdiskussion
Abschließend werden noch offene und sich während der Werkstätten herauskristallisierende Themen im Open Space Format behandelt und Raum für den Austausch zwischen den Teilnehmern gelassen.


Symposium - Ephemere Stadtentwicklung

Neue Handlungsspielräume in der Planungskultur

Temporäre Nutzungen, neue Formen zivilgesellschaftlichen Engagements und kooperative Planungsansätze gewinnen in der Stadtentwicklung zunehmend an Bedeutung. Zahlreiche realisierte Projekte und Forschungsbeiträge verweisen auf neue Handlungsspielräume, veranschaulichen aber auch die Herausforderungen, die sich für die beteiligten Akteure und den Planungsprozess ergeben. Durch die Untersuchung des Ephemeren in der Stadtentwicklung, dem Temporären und Flüchtigen, befasst sich das Planungslabor an der Technischen Universität Berlin mit neuen Formaten der Produktion, Umgestaltung und Aneignung von städtischen Räumen.

Wie reagieren Planungsbeteiligte hierauf? Welche neuen Prozessstrukturen und Planungsinstrumente lassen sich erkennen? Und was bedeutet dies in der Konsequenz für die Ausbildung zukünftiger Stadtplaner und Architekten an unseren Hochschulen?

Praktiker aus Stadtverwaltungen und Planungsbüros, Initiativen, Forschende, Lehrende und Studierende werden in Vorträgen und Fachgesprächen aktuelle Denk-, Arbeits- und Lehransätze diskutieren und Wissen für Forschung, Praxis und die Hochschullehre vertiefen.

Zeit: Donnerstag, 30. Januar, 17.30 – 20.30 Uhr und 31. Januar 2014, 9:00 – 18.30 Uhr
Ort: Architekturgebäude der Technischen Universität Berlin, Strasse des 17. Juni 152, Forum

Das Symposium findet im Rahmen eines durch die Wüstenrot Stiftung geförderten Forschungs- und Lehrprojekts statt und wird von der Bundesstiftung Baukultur unterstützt.

Symposiums-Programm zum Download (PDF)

Wir würden uns freuen Sie bei unserer Veranstaltung begrüssen zu dürfen.

Gastdozentur am U-Lab

Im Rahmen der Forschung des Planungslabor in Zusammenarbeit mit der Wüstenrot Stiftung zu Ephemerer Stadtentwicklung wird die spanische Architektin aus der Polytechnic University of Catalonia – Barcelona im U-Lab forschend tätig sein.

Marta Serra-Permanyer

Marta Serra (1981) is a Dr. associate professor at the Polytechnic University of Catalonia – Barcelona Tech, Spain. She holds a BA, Dip. Architecture (2005) and a PhD in Theory and History of Architecture. She is currently teaching at the Theory and History Department at the Valles School of Architecture. Her field of study is based on spatial artistic practices, participatory action-research, urban history and ecological urbanism theory. She’s running projects and courses dealing with different issues such as urban perception, place memory, communal experiences, self-sufficiency, community planning and participatory design.

She finished her thesis Latent spaces: contemporary practices in art towards a critical urbanism. The topic of her thesis is based on examining the field of art to reveal creative tools and methodologies that contribute critically to perception of the social transformation of urban space. The main objective is to identify an alternative urbanism based on the intervention of city-committed artistic practices, acknowledging transdisciplinary and inclusive avenues for designing public spaces. In turn these perspective from the field of art can connect to various episodes from the planning history that has sought to humanize urban space, specially the European period between 1950 and 1970.

Since 2008 she has combined research with artistic community-based projects, focusing on the impact of site-specific artistic projects on the citizens' perception of the urban landscape. Some of these projects are the International Urban Art Show since 2008 with Museu Thermalia and MiauCrew, and FesCamp as a member of CICLICA since 2014, a collaborative artistic project that joins stakeholders and artist in order to explore sustainability potentials of a residential suburb.

Marta worked as an architect from 2005 to 2008 as head of projects with Aldayjover studio, specializing in urban planning, landscape and sustainability. Today she is currently co-founder of the ecological urban planning studio CICLICA [space, community & ecology], combining teaching with professional projects, a good way to keep on learning from real projects and transfering this expertise to the University and research.


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